Im Auftrag des SVBB hat die Berner Fachhochschule eine Studie zur Umsetzung der KOKES-Empfehlungen zur Organisation von Berufsbeistandschaften durchgeführt. Die vollständige Studie findet sich hier.
Die Studie kommt zu folgendem Schluss: „Die Studie zeigt, dass die KOKES-Empfehlungen zur Organisation von Berufsbeistandschaften in der
Praxis als relevant und hilfreich wahrgenommen werden und Organisationen in ihrer Entwicklung gestärkt haben. Es wurden vielerorts und auf verschiedenen Ebenen Anpassungen vorgenommen mit dem Ziel, die Strukturen an den formulierten Soll-Zustand, der innerhalb der nächsten 5-10 Jahre anvisiert wird, anzupassen. Fünf Jahre nach der Publikation sind die definierten Standards jedoch (noch) nicht
flächendeckend und umfassend umgesetzt und die Einschätzung, inwiefern weitere Anpassungen innerhalb der nächsten Jahre noch erfolgen werden, fällt aus der Perspektive der Organisationen in Bezug auf deren Umsetzbarkeit eher tief aus.
Die angestrebte Entlastung der Mandatspersonen und die damit verbundene Verbesserung der Leistungen für die Klient:innen können erst umfassend erreicht werden, wenn die Empfehlungen gesamthaft umgesetzt werden und so ihre Wirkung im Zusammenspiel entfalten können.
Um die Entwicklung weiterhin zu stärken, sind gemäss den vorliegenden Ergebnissen aufgrund der grossen Diversität der Organisationen flexiblere und kontextbezogene Lösungen gefordert. Besonders für kleinere Dienste sind angepasste Strategien notwendig, etwa die Umsetzung von regionalen Kooperationen und der Schaffung gemeinsamer Ressourcen. Hierzu benötigt es massgeschneiderte Empfehlungen und fachliche Unterstützung, welche die spezifischen Bedingungen berücksichtigen und in den komplexen Umsetzungsprozessen Orientierung bieten.
Auch Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit über den Nutzen und die Wirkung für die schutzbedürftigen Personen erscheinen für zielführende Bestrebungen wichtig. Für die weiterführende Förderung und Umsetzung der angestrebten fachlichen und strukturellen Organisationstandards für Berufsbeistandschaften in sämtlichen Regionen der Schweiz liefern die Ergebnisse aus dieser ersten Befragung fundierte Erkenntnisse.“